Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erstaunliche Ähnlichkeiten
Thomas Roessing
09.03.2004, 20:38
Moin,
ist Euch schon mal aufgefallen, daß manche Open-Source-Software ganz erhebliche Ähnlichkeiten mit kommerziellen Produkten für Windows hat (und/oder umgekehrt ;) )?
Im Büro habe ich jetzt Dreamweaver MX 2004. Fein. Ich dachte allerdings beim ersten Start - das kennst Du doch irgendwo her... DenkDenkDenk -> Ich habe hier unter Linux einen Apparat namens Quanta. Der sieht nicht nur ganz ähnlich aus wie der Dreamweaver, er funktioniert auch ähnlich, es gibt ganz ähnliche Symbolleisten (und der TRG hat ganz ähnliche Probleme mit der intuitiven Nutzung wie bei Dreamweaver :beati: ).
Open Office erinnert manchmal so stark an MS-Office, daß ich mich frage, ob die Programmierer/Designer zu wenig Sesamstraße gesehen haben ("Denkt Euch selber mal was aus!"). Das mag mit der Ähnlichkeit der Aufgaben zu tun haben und muß gar nicht schlecht sein (z.B. für Umsteiger oder Parallelnutzer wie meine Wenigkeit). Seltsam ist es trotzdem; in der Welt, in der ich mich beruflich heruntreibe, will möglichst jeder etwas eigenes erfinden und auf keinen Fall in den Verdacht geraten etwas zu machen, "was alle so machen".
Hat da eigentlich keiner was dagegen, wenn jemand Programme in Aussehen und Funktion so gestaltet wie andere Programme (in welche Richtung nun auch immer)? Steckt vielleicht der Wunsch nach / die Notwendigkeit der Abgrenzung dahinter, daß bei Gnome OK und Cancel gegenüber Windows vertauscht sind? Gerade in dem Punkt hätten die Gnome-leute Windows ruhig kopieren können. Es würde mir das unerwünschte Canceln von allem Möglichen beim schnellen und gewohnheitsmäßigen Klicken ersparen :( .
Viel Gruß
Thomas
sillybilly
09.03.2004, 22:44
Originally posted by Thomas Roessing@Mar 9 2004, 08:38 PM
ist Euch schon mal aufgefallen, daß manche Open-Source-Software ganz erhebliche Ähnlichkeiten mit kommerziellen Produkten für Windows hat (und/oder umgekehrt ;) )?
Henne <--> Ei? ;)
Im Büro habe ich jetzt Dreamweaver MX 2004. Fein. Ich dachte allerdings beim ersten Start - das kennst Du doch irgendwo her... DenkDenkDenk
Naja - ein Ziel für die OpenSource-Entwickler ist sicherlich, den Umsteigern die Umstellung leichter zu machen ;)
Warum auch sollte man das Rad neu erfinden? Wegen Patent (http://heise.de/newsticker/meldung/11215) - rechten (http://heise.de/newsticker/meldung/27109) muss man es wohl leider oft machen...
("Denkt Euch selber mal was aus!").
Wie wärs denn mit einer neuen Buttonbeschriftung für "OK" und "Abbrechen":
[Ja - ich will] bzw. [F*** dich doch selber] ;)
Natürlich kann man alles anders machen; aber anders != besser - siehe dein Gnome-Beispiel.
Das GUI von Windows z.B. ist ein Ergebniss von Studien (intuitive Bedienung; z.B. Programme schliessen oben Rechts) - und so in den Grundzügen IMHO schon das Optimum und allenfalls in Details zu verbessern.
Das mag mit der Ähnlichkeit der Aufgaben zu tun haben und muß gar nicht schlecht sein (z.B. für Umsteiger oder Parallelnutzer wie meine Wenigkeit). Seltsam ist es trotzdem; in der Welt, in der ich mich beruflich heruntreibe, will möglichst jeder etwas eigenes erfinden und auf keinen Fall in den Verdacht geraten etwas zu machen, "was alle so machen".
Kreativität schön und gut - aber vor dem Rechner sitzen Anwender, keine Künstler.
Meinst du du wärst Parallelanwender, wenn unter Gnome/KDE der "Programm-schliessen-Button" unten Links und direkt daneben das "Programme-starten-menue" wäre?
Was würdest du dann in Bezug auf "Kreativität und Benutzerfreundlichkeit" schreiben?
btw.: Wusste gar nicht, dass du ein Herumtreiber bist ;)
Hat da eigentlich keiner was dagegen, wenn jemand Programme in Aussehen und Funktion so gestaltet wie andere Programme (in welche Richtung nun auch immer)?
http://heise.de/newsticker/meldung/11215
http://heise.de/newsticker/meldung/27109
Gruss, Norbert
Thomas Roessing
09.03.2004, 23:09
Kreativität schön und gut - aber vor dem Rechner sitzen Anwender, keine Künstler.
Meinst du du wärst Parallelanwender, wenn unter Gnome/KDE der "Programm-schliessen-Button" unten Links und direkt daneben das "Programme-starten-menue" wäre?
Da hast Du natürlich recht; die Vereinheitlichung erleichtert einem die Arbeit; mein Haß auf Pegasus-Mail geht ja hauptsächlich darauf zurück, daß man als normalbegabter Anwender keine Chance hat, da durchzusteigen. Und meine Sympathie für viele Microsoft-Produkte liegt in ihrer einfachen Bedienbarkeit und weltweiter Kompatibilität begründet.
Hoffentlich führt das allgemeine Nachmachen nicht zu einem Einschlafen der Usability-Optimierung, wenn jeder nur das gestaltet, was der andere vorgemacht hat.
BTW: Bin ich der einzige Ex-Amiga-Mensch, dem es gelegentlich passiert, daß er ein Pull-Down-Menü mit gedrückter rechter Maustaste zu bedienen versucht? Zugegebenermaßen passiert sowas meist am Morgen nach einem guten Stammtisch, aber es passiert - und zeigt, wie tief die Macht der Bedienungs-Gewohnheit sitzt :) .
Viel Gruß
Thomas
sillybilly
09.03.2004, 23:26
Originally posted by Thomas Roessing@Mar 9 2004, 11:09 PM
Und meine Sympathie für viele Microsoft-Produkte liegt in ihrer einfachen Bedienbarkeit und weltweiter Kompatibilität begründet.
einfache Bedienbarkeit:
Ist wie gesagt weitgehend ein Ergebniss von Studien (nicht nur von Microsoft- siehe Apple, die Windows erst "erfunden" hatten) - natürlich gepaart mit Marketing (look&feel etc.).
weltweite Kompatibilität:
Was genau meinst du damit?
M$ ist eigentlich nicht dafür bekannt, sich an Standards zu halten, die eine weltweite Kompatibilität ermöglichen sollen.
Microsofts "Kompatibilität" liegt IMHO einzig und allein an der Verbreitung der Software auf dem Markt ;)
Hoffentlich führt das allgemeine Nachmachen nicht zu einem Einschlafen der Usability-Optimierung, wenn jeder nur das gestaltet, was der andere vorgemacht hat.
Naja - etwas wirklich neues dürfte Aufgrund des von dir beschriebenen Gewohnheitseffektes (Amiga) nur schwer umzusetzen sein.
Ein anderes Beispiel für "Gewohnheit":
Ich bin 2-4-Finger-Tipper.
Wenn ich jetzt das 10-Finger-Tippsystem erlernen sollte würde ich Jahre brauchen, um schneller zu werden als jetzt ;)
Gruss, Norbert
Thomas Roessing
10.03.2004, 19:29
Microsofts "Kompatibilität" liegt IMHO einzig und allein an der Verbreitung der Software auf dem Markt
Sicherlich, wie bei VHS-Videokassetten. Woran die weltweite Kompatibilität liegt, ist mir eigentlich egal :) . Ich will nur nicht wieder solche Probleme haben wie in den 80ern, wo mache Leute Amiga, andere Atari ST, wieder andere einen PC und manche sogar einen Schneider-Computer inklusive privat OS hatten. Ich erinnere mich auch gut an die Probleme, die es bis vor wenigen Jahren beim Dateiaustausch mit dem Institut für Demoskopie Allensbach gab, die traditionell auf Macs setzen. Umso erfreuter bin ich, daß sich OpenOffice und Word doch ganz gut vertragen :) .
Viel Gruß
Thomas
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