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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Internet als Alte-Leute-Medium?


Thomas Roessing
05.07.2003, 16:40
Moin,
folgender mehr oder weniger lustige Gedanke kam mir gestern: Im Moment wird das Internet von den ganz alten Leuten kaum genutzt. Die Hauptnutzer sind irgendwo zwischen 12 und 40. Das wird derzeit meist als feststehende Tatsache gesehen und es gibt alle möglichen Fördermaßenahmen und die Alten ins Netz zu bekommen.

Das wird aber nicht so bleiben, schon deshalb, weil wir, die Hardcore-Nutzer von heute, in 30-50 Jahren die alten Säcke sein werden. Und wir werden viele sein. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden dann die meisten Nutzer im Renter- bzw. Altenheim-Alter sein.

Das stelle ich mir dann für die jugen Leute der Zukunft etwas anstrengend vor, wenn das Usenet, Chats, Foren voller alter Leute sind - mit denen zu diskutieren für die Jungen ja schon immer etwas schwierig war. Und auch die faselnden, geistig nicht mehr ganz fitten Alten :beati: werden dann nicht mehr an der Bushaltestelle stehen und Passanten anlabern, sondern im Chatraum oder im Forum herumhängen.

Tolle Aussichten: Das Internet als Alte-Leute Medium. Aus dem sich die Jungen möglicherweise in neue Kommunikationsformen, die uns so fremd sein werden wie den heutigen Alten das Internet, verflüchtigen.

Was meint Ihr zu diesen Aussichten?

Viel Gruß
Thomas

Jörg
21.08.2003, 21:38
Moin,

In einigen Teilen kann ich Dir zustimmen.
Die Möglichkeit, dass sich die "Jugend" in 20 Jarhen eine andere Kommunikationsform sucht besteht, ist meiner Ansicht jedoch nicht so groß.
Die Bereitschaft an Chats teilzunehmen sinkt anscheinend etwas mit dem Alter. Alte Leute sind mehr auf persönliche Kontakte gerichtet, als auf Telekommikation. Im Usenet verschwimmen die Altersunterschiede mehr, da die meisten eh nicht viel vom anderen wissen und excessive Lebenserfahrungsaustausche und Online-Bekanntschaften eher in/aus Chats ablaufen/entstehen.

Was die faselnden Alten angeht, so sehe ich auch wenig Gefahr. Ein Freund erzählte mir mal von einem Sicherheitssystem eines Altenheims. Um zu verhindern, dass alte, schon senile Leute entkommen, sind die Türen mit einem einfachen Code versehen:
Auf einem Display wird eine 6stellige Zahl angezeigt. Diese gilt es in eine Tastatur einzutippen, die so angebracht ist, dass man nicht beide (Display und Tastatur) gleichzeitig einsehen kann. Die Person, die die Tür öffnen will, muss nun die Zahl eintippen. Wird die Zahl korrekt eingetippt, so wird die Tür geöffnet, sonst eine neue Zahl angezeigt.
Anscheinend können sich die etwas gebrächlicheren Personen diese Zahl nicht mehr komplett merken und verlieren beim Hin-Und-Her-Schauen auch schnell die Orientierung, welche Ziffer nun als nächstes kommt. :confused:
Eigentlich traurig. Man stelle sich vor, dass ein Ingenieur Zeit seines Lebens am Computer saß und die tollsten Dinge errechnet hat und nun an einer billigen 6stelligen Zahl scheitert. :(

Da ein Computer und die Verbindung ins Netz sicherlich mitunter schwieriger zu bedienen ist, als eine 6stellige Zahl, gibt es also einen gewissen Schutz davor.. und ausserdem.. sind in den Chatrooms nicht JETZT schon einige Verrückte unterwegs?

Bisdennedann,
Jörg

Thomas Roessing
31.07.2005, 12:55
Tolle Aussichten: Das Internet als Alte-Leute Medium. Aus dem sich die Jungen möglicherweise in neue Kommunikationsformen, die uns so fremd sein werden wie den heutigen Alten das Internet, verflüchtigen.

Es geht schon los: Laut diesem Tagesschau-Bericht (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4578048_TYP6_THE_NAV_REF_BAB,00.html) halten immer mehr US-Jugndlich E-Mail für eine alte-Leute-Kommunikationsform und bevorzugen Instant Messaging.

Viele Grüße
Thomas